Lieme - Lemgo  
         
 
 
 
91 Tote
 
         
 

Beschreibung
Monument aus graubraunem Sandstein, mit aufgelegtem Stahlhelm, liegend auf Eichenlaub und einem geschmückten Steinkissen. Zwei
in das Monument eingefügte Steinplatten. Die obere Platte aus Obernkirchener Sandstein mit Zahnfries. Einstufiger Sockelunterbau. Erhöhte
und bepflanzte Einfassung. Hinter dem Monument eine aus graubraunem Sandstein errichtete halbkreisförmige Mauer; in diese eingesetzt
5 aus Obernkirchener Sandstein gearbeitete Namenstafeln. Relief: unter den Jahreszahlen 1914 - 18 gekreuzte Palmzweige (?).

Inschriften
"Ihren gefallenen Söhnen / in dankbarer Erinnerung / die Gemeinde Lieme / Offenbarung Joh. 2.19" *
"1914 - 1918"

Namen
91 Namen: 58 aus Lieme, 12 aus Wittighöferheide, 5 aus Rhiene-Strang, 8 aus Hengstheide, 4 aus Lückhausen, 4 aus
Liemergrund. Angegeben werden: militärischer Rang, Vor- und Zuname, Geburts- und Sterbedatum, Namen
geordnet nach Sterbedatum.

Anlage
Nicht mehr ursprünglich, nach dem Zweiten Weltkrieg erweitert.

Zustand
Denkmal wohl im Originalzustand. Die dritte Namenstafel weist Verwitterungsschäden auf.

 
 
Geschichte
Ende März 1920 beschließt eine Dorfversammlung "in der Mitte des neuen Friedhofes" ein Denkmal für die "gefallenen Krieger"
zu errichten. Zu diesem Zeitpunkt sollen bereits "freie Spenden von 6 bis 7000 Mark" vorhanden (gewesen) sein. **
Pfingsten 1920 soll die Entscheidung für einen Entwurf gefallen sein.***

Das Denkmal ist dann am 26.6.1921 eingeweiht worden.
Über die Einweihungsfeier berichtete die Lippische Landeszeitung folgendes ****:
"Lieme, 27. Juni. (Einweihung des Ehrendenkmals.) Unter großer Anteilnahme der Gemeinde wurde gestern das Ehrenmal
für unsere gefallenen Helden eingeweiht. Besonders war eine große Zahl unserer Wanderarbeiter dazu erschienen, ihren
gefallenen Angehörigen diese Ehre zu erweisen. Die vielen niedergelegten Kränze, sowohl von den Angehörigen der Ge-
fallenen als auch von den Vereinen, Gemeinde- und Kirchenvorstand usw., zeugten von der großen Liebe und Verehrung,
mit welcher man der teuren Toten gedenkt. Die Zahl der Gefallenen aus der Gemeinde Lieme ist eine sehr große, 93
tapfere Krieger haben im Kampf für das Vaterland ihr Leben lassen müssen, eine ganze Reihe Familien beklagen zwei
Opfer und drei Familien haben sogar drei Söhne hingeben müssen. - Die Weiherede hielt Herr Pastor Hossius. Seine
Rede klang aus in den Worten:"Den Gefallenen zur Ehre, den Lebenden zur Erinnerung, uns allen zur Mahnung!" Vom
Denkmalausschuß sprach Herr Holländer. Posaunenchor, Gesangverein und Schülerchor haben zur Verschönerung
beigetragen. Der Kriegerverein gab den Gefallenen drei Ehrensalven. Mit dem gemeinsamen Liede: "Ich hatt` einen
Kameraden" schloß die erhebende Feier. - Nun einiges von dem Ehrenmal selbst. Herr Architekt Brüning aus
Schötmar, ein geborener Liemer, von dem der Entwurf stammt, hat es vorzüglich verstanden, die Anlage der Umge-
bung anzupassen. Die alten Zypressen bilden einen malerischen Hintergrund. Ein Monument, gekrönt von einem auf
einem Eichenkranz ruhenden Stahlhelm, trägt die Widmung. Die Namen der Gefallenen sind auf fünf Tafeln in einer
halbkreisförmigen Maueranlage angebracht. Das ganze Ehrenmal ist aus Bruchsteinen aus dem Salzufler Bruche
des Bauunternehmers Diekmann aufgeführt. Von diesen graubraunen Steinen heben sich die von der Firma Pung u.
Henst in Lemgo sehr sauber bearbeiteten Obernkirchener Sandsteine gut ab. Alles in allem: Lieme hat ein Ehrenmal
errichtet, das sich allen anderen im Lande würdig anschließen kann."
 
     
 
* Offenbarung des Johannes 2.19: "Ich weiß deine Werke und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und deine Geduld, und daß
deine letzten Werke mehr sind als die ersten.
"
** Lippische Post vom 29.3.1920
*** Lippische Post vom 15.5.1920
**** Lippische Landeszeitung vom 30.6.1921